
"Was, wenn die Torte eine Waffe gewesen wäre?" 🍰🔍 Wenn Sicherheitskräfte träumen statt handeln, steht nicht nur das Leben der Schutzperson auf dem Spiel, sondern auch die Glaubwürdigkeit des gesamten Systems. 👉 Warum wir Spezialisten statt Symbolik brauchen – und wieso Diversität nicht über Sicherheit stehen darf, erkläre ich in meinem neuen Beitrag. Lesen. Nachdenken. Diskutieren.
Der Angriff auf Christian Lindner wirft eine entscheidende Frage auf: Wie professionell sind die Sicherheitsvorkehrungen für exponierte Persönlichkeiten in Deutschland?
Als jemand, der über viele Jahre hinweg in der Spezialeinheit KSK tätig war und dort den Schutz hochgefährdeter Personen unter extremsten Bedingungen gewährleistet hat, maße ich mir an, dieses Thema kritisch zu beleuchten.
Der Vorfall und die Schwächen des Teams
Ein harmloser Angriff mit einer Torte aus Schaum mag auf den ersten Blick belächelt werden. Doch die erschreckend langsame Reaktionszeit des Personenschutzteams ist ein Alarmsignal. Besonders auffällig: Die "verträumte" Haltung einer der Sicherheitskräfte, die selbst nach dem Vorfall noch nicht in der Realität anzukommen schien.
👉 Was, wenn es ein entschlossener Angreifer mit Messer oder Schusswaffe gewesen wäre? 👉 Was, wenn dieser Angriff koordiniert mit weiteren Störern geplant gewesen wäre?
Fakt ist: Das Team war überfordert und ließ den Schutzbereich offen. Eine zweite Person konnte ungehindert Papiere in Richtung von Christian Lindner werfen – ein erneutes Versagen, das zeigt, wie durchlässig die Sicherheitsmaßnahmen waren.
Brauchen wir besseres Personal für den Schutz solcher Persönlichkeiten?
Ein Personenschützer ist nicht nur eine symbolische Figur – seine Kernaufgabe ist es, Bedrohungen vorauszusehen, präventiv zu handeln und im Ernstfall blitzschnell zu reagieren. Dies erfordert nicht nur physische und mentale Stärke, sondern auch eine gute Ausbildung und Erfahrung.
Aus meiner Tätigkeit beim KSK weiß ich: Der Schutz hochgefährdeter Personen erfordert Spezialisten. Persönlichkeiten wie Christian Lindner brauchen Teams, die in der Lage sind, Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und in Sekundenschnelle zu handeln. Hierbei müssen dieselben Maßstäbe gelten wie für den Schutz hochrangiger Diplomaten oder gefährdeter Führungspersönlichkeiten und CEOs.
Diversität darf nicht über Sicherheit stehen
Ein weiteres kritisches Element in der Diskussion ist die Frage: Wurde Diversität bei der Auswahl des Teams über die Qualifikation gestellt?
Natürlich ist Diversität wichtig, doch Sicherheit muss oberste Priorität haben. Die Schutzperson vertraut auf ein Team, das Leben retten kann – nicht auf ein gesellschaftliches Statement.
Das Fehlen von Schnelligkeit, Aufmerksamkeit und Entschlossenheit im aktuellen Team zeigt, dass grundlegende Standards nicht erfüllt wurden.
Was muss sich ändern?
💡 1. Professionalisierung des Personenschutzes: Der Einsatz von hochqualifizierten, besser geschulten Kräften ist unerlässlich. Für exponierte Persönlichkeiten sind spezialisierte Teams mit Erfahrung notwendig.
💡 2. Striktere Auswahlkriterien: Personenschützer müssen ausschließlich nach Leistung, Fähigkeiten und Eignung ausgewählt werden – unabhängig von äußeren Merkmalen.
💡 3. Fortlaufende Schulung: Bedrohungsszenarien ändern sich ständig. Teams müssen kontinuierlich geschult werden, um auf neue Angriffsarten reagieren zu können.
💡 4. Nulltoleranz für Nachlässigkeit: Personenschützer, die in einer kritischen Situation "verträumt" wirken oder nicht sofort handeln, haben in solchen Rollen keinen Platz.
Fazit
Der Angriff mag harmlos gewirkt haben, doch er zeigt gravierende Defizite im Personenschutz auf. In einer Zeit, in der die Bedrohung exponierter Persönlichkeiten real ist, dürfen wir uns solche Schwächen nicht leisten.
Es ist Zeit, den Personenschutz neu zu denken – mit einem klaren Fokus auf Professionalität, Effektivität und kompromisslose Sicherheit. Alles andere ist ein Spiel mit dem Leben der Schutzperson.
✍️ Christopher Wagner Ehemaliger KSK-Soldat Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der CPC Controlling Protection Concepts GmbH