The Assaulter

The Assaulter

Die moderne deutsche Kriegsgeschichte, die bei uns noch keiner erzählt hat. Ein Roman aus vielen Einsätzen, inspiriert von zwanzig Jahren Afghanistan.

Mogadischu, 1993. Eine Operation, die schiefgeht. Zwei abgeschossene Hubschrauber. Eine Nacht, die niemand vergisst, der dabei war. Heute kennt sie die ganze Welt. Weil jemand die Geschichte erzählt hat. Erst als Buch. Dann als Film. Black Hawk Down.

Afghanistan, 2005. Vier Navy SEALs in den Bergen. Operation Red Wings. Einer kommt zurück. Er schreibt auf, was passiert ist. Lone Survivor.

Pakistan, 2011. Operation Neptune Spear. Die Jagd auf Osama bin Laden. Der Film dazu heißt Zero Dark Thirty.

Diese Geschichten haben etwas gemeinsam. Sie beruhen auf echten Einsätzen. Sie sind in eine Handlung verpackt, mit Figuren, die den echten Menschen sehr nah sind. Und sie zeigen, wie solche Operationen wirklich ablaufen. Wie die Männer denken. Wie professionell sie arbeiten. Welche Fähigkeiten dahinterstecken. Und was es kostet.

Ganze Generationen in Amerika wissen dadurch, was ihre Soldaten geleistet haben.

Bei uns wurden solche Geschichten lange nicht erzählt.

Dabei haben wir sie auch. Die Bundeswehr war 20 Jahre in Afghanistan. Das Kommando Spezialkräfte war fast die ganze Zeit dabei. Festnahmen in der Nacht. Einsätze, von denen die Öffentlichkeit nie erfahren hat. 59 deutsche Soldaten sind in Afghanistan gestorben. Viele sind zurückgekommen und nie wieder ganz dieselben gewesen.

Das ist unsere Kriegsgeschichte. Und sie verdient es, erzählt zu werden.

Jetzt haben wir unseren eigenen Black Hawk Down. Unseren eigenen Lone Survivor. Unser eigenes Zero Dark Thirty.

The Assaulter.

Kapitelbild aus The Assaulter

Ein Roman aus vielen Einsätzen

The Assaulter ist ein Roman. Die Handlung ist fiktiv. Aber sie ist inspiriert von echten Einsätzen. Von echtem Staub, echtem Lärm, echten Entscheidungen. Das Buch ist eine Zusammenstellung aus den verschiedensten Missionen, die wir über die Jahre in Afghanistan gesammelt haben. Verdichtet zu einer Geschichte. So nah an der Wirklichkeit, wie es die Grenzen erlauben.

Im Mittelpunkt steht Alex. Ein junger Assaulter im KSK. In Alex stecken viele Geschichten. Von vielen Kameraden.

Denn Soldaten kommen nicht von einem anderen Planeten. Sie kommen aus der Großstadt und aus dem Dorf. Sie waren Handwerker, Schüler, Sportler. Sie sind Väter, Söhne, Partner. Ein Querschnitt unserer Gesellschaft. Mitten aus ihr heraus. Wenn sie in den Einsatz gehen, geht ein Stück von uns allen mit.

Wie bin ich zu diesem Roman gekommen?

Ich war über 20 Jahre Soldat. 16 davon beim Kommando Spezialkräfte. Ich habe unterschrieben, zu schweigen. Trotzdem habe ich dieses Buch geschrieben.

Weil Schweigen nicht dasselbe ist wie Verschweigen.

Was die meisten Menschen in Deutschland über das KSK wissen, kommt aus Schlagzeilen. Skandale. Gerüchte. Halbwahrheiten. Die Taten im Einsatz kommen darin nicht vor. Und erst recht nicht, was dahintersteckt. Nicht der Preis, den viele Soldaten und ihre Familien bezahlt haben.

Das wollte ich ändern. Mit Transparenz und Aufklärung. Nicht unreflektiert, sondern mit einordnendem Blick. Mit Kritik, die anregt.

Von Kunduz nach Calw

Die Geschichte beginnt in Kunduz. August 2011. Ein Mond, der viel zu hell ist für eine Endannäherung. Ein mattschwarzer Chinook, den die Amerikaner geliehen haben. Niemand sagt etwas. Es ist, wie es ist.

Sie endet in Calw. Mit einem Lauf um fünf Uhr morgens. Mit einem Abschied, der keine großen Worte braucht.

Dazwischen liegen Jahre, die Alex zu dem machen, der er ist. Die zwanzig Meter zwischen einer Granate und einem Verschlag voller Frauen und Kinder. Vier Stunden in einem staubigen Toyota Corolla mit dem roten Mercedes im Rückspiegel. Männer an seiner Seite, die er wahrscheinlich nie verdient hat. Und die ihn trotzdem mitziehen.

Kapitelbild aus The Assaulter

Richtig oder falsch

Das Buch stellt auch unbequeme Fragen.

Es gibt eine Szene in Kabul. Alex und sein Team sind in der Verantwortung. Sie haben einen Plan. Sie haben die Kräfte vor Ort. Sie melden nach Berlin und warten auf eine Antwort. Die Antwort kommt. Sie ist politisch.

Solche Entscheidungen hinterfragt das Buch mit Abstand und mit Respekt.

Denn ich finde es wichtig, richtig und falsch zu benennen. Manchmal ist es einfach. Dann gibt es nichts dazwischen. Nur eine klare Trennung. Richtig oder falsch.

In behördlichen Strukturen tun wir uns inzwischen schwer damit. Manchmal will man es nicht benennen. Manchmal darf man es nicht. Das ist falsch.

Und heute fehlt oft die Einordnung. Informationen gibt es mehr als je zuvor. Podcasts werden zur Bühne für Menschen, die nie dabei waren und trotzdem alles wissen. Oft unsortiert vom Host. Ein Fakt allein ist aber noch keine Wahrheit. Erst die Einordnung macht ihn verständlich.

Less fake news. More facts. Aber bewertet.

Ein Anfang

Black Hawk Down war zuerst ein Buch. Lone Survivor auch. Ich wünsche mir, dass wir irgendwann einen deutschen Film über unsere Soldaten haben, auf den wir alle stolz sein können. Nicht verklärt. Nicht heldenhaft übertrieben. Ehrlich.

Vielleicht ist dieses Buch ein Anfang.

Ich habe 1.500 Exemplare von Hand signiert. In derselben Nacht habe ich das ganze Buch im Studio selbst eingesprochen. Manche Stellen liest man anders, wenn man dabei war.

Dieses Buch ist für unsere Einsatzkräfte. Für die Veteranen. Für die Familien, die jahrelang einen Kopf aushalten, der von tausend Sachen, tausend Gesichtern und tausend Geschichten getrieben wird. Und für alle, die wissen wollen, wie es wirklich ist.

Assault is a Lifestyle.

Christopher Wagner